Erste sichtbare Etappen in Richtung Landesgartenschau Günzburg 2029
Voraussetzungen für die weitere Entwicklung des Landesgartenschaugeländes werden geschaffen
Notwendige Fäll- und Pflegearbeiten ab Oktober 2026
Günzburg ist nicht nur Wirtschaftsstandort und attraktiver Wohnort. Die Große Kreisstadt ist ebenso ein Ort der Erholung, der Natur und des Rückzugs. Auch in Zukunft spielen diese besonderen Strukturen eine große Rolle: Im Zuge der Landesgartenschau Günzburg 2029 werden die Bereiche der Nau- und Günzmündung über den Kappenzipfel und die Schlachthausstraße bis hinauf in die Altstadt umgestaltet und verbunden. Der Bereich rund um den Volksfestplatz am Auweg bietet ganzjährige Aufenthaltsbereiche und im Gebiet Bleiche und Hagenweide werden vielseitige Angebote für Sport und Erholung geschaffen sowie Naturschutzbereiche beruhigt. Daneben wird auch die Infrastruktur und die Wegeführung im gesamten Stadtgebiet verbessert.
Eine wichtige Rolle spielen dabei die geplanten Brücken: Der Donausteg führt vom nördlichen Donauufer in den entstehenden „Donau-Park“ und der Günzsteg schafft eine neue Verbindung zwischen „Donau-Park“ und neugestalteter „Günzpromenade“. Am Kappenzipfel wird die bestehende Brücke als Kappenzipfelsteg erneuert. So entsteht für den Fuß- und Radverkehr eine durchgängige Route zwischen dem neuen Stadtquartier am Auweg und der Altstadt.
Im Rahmen der Landesgartenschau wurden bereits Vermessungen, Bodengutachten und naturschutzfachliche Kartierungen durchgeführt, es müssen aber auch Bäume gefällt werden. Den notwendigen Fäll- und Pflegearbeiten, die von Oktober 2026 bis voraussichtlich Februar 2027 andauern werden, stehen umfangreiche Neupflanzungen gegenüber. Der Baumbestand wird somit langfristig deutlich größer sein als heute. Zahlreiche Nistmöglichkeiten für Fledermäuse und Vögel sollen an geeigneten Stellen im Baumbestand sowie an Gebäuden geschaffen werden. Ersatzhabitate bieten Raum für neue Lebewesen, die in Höhlungen nisten.
Die Fällungen sind notwendig für die geplante Entwicklung der Landesgartenschaubereiche und schaffen die Voraussetzungen für die anschließenden Brücken- und Landschaftsbauarbeiten. Gleichzeitig müssen die Verantwortlichen, die Stadt und die Landesgartenschau Günzburg 2029 GmbH, die Verkehrssicherheit gewährleisten. In einzelnen Bereichen besteht aufgrund von Gehölzschäden, unter anderem infolge des Eschentriebsterbens, Handlungsbedarf.
Die Arbeiten werden unter Berücksichtigung der geltenden naturschutzfachlichen und forstrechtlichen Vorgaben durchgeführt. Die Ökologische Baubegleitung, kurz ÖBB, übernimmt die fachkundige Überwachung und Beratung bei Bauvorhaben, um während Planung und Ausführung den Schutz von Natur, Arten und Lebensräumen sicherzustellen. Sie kontrolliert, dass naturschutzrechtliche Vorgaben eingehalten und ökologische Schäden vermieden werden. Vor jeder Fällung findet beispielsweise eine Begutachtung der zu fällenden Bäume statt.
Durch Wiederaufforstungsmaßnahmen werden am Bannwaldgürtel entlang der Donau mehrere Tausend Stieleichen und Hainbuchen auf landwirtschaftlicher Fläche gepflanzt. Insgesamt bekommt Günzburg durch den naturschutzfachlichen Ausgleich mehrere Tausend neue Bäume. Manche sind bereits jetzt zwei bis fünf Meter hoch. Hinzu kommen langfristige Vorteile für Flora und Fauna in Günzburg: Durch Steilhanguferböschungen schafft die Stadt Nistmöglichkeiten für den Eisvogel. Laichplätze für den Fisch Bitterling sollen im neu gebauten Donauarm entstehen. Nach der Gestaltung der neuen Grün- und Aufenthaltsflächen werden große Bereiche wieder der natürlichen Entwicklung überlassen und sich langfristig an die angrenzenden Waldgebiete angleichen.
Oberbürgermeister Michael Jahn erklärt: „Die Landesgartenschau ist für uns alle eine einmalige Gelegenheit, Günzburg fit für die Zukunft, grüner und lebendiger zu machen sowie neue Möglichkeiten für alle Generationen zu schaffen. Etwa durch einen Sportpark und neue Wegeverbindungen über unsere Stadt an drei Flüssen. Die Entscheidungen dahinter brauchen Mut. Und genauso braucht es Konsequenz, die getroffenen Entscheidungen in die Tat umzusetzen.“ Jahn ist überzeugt, dass alle Günzburger von den Vorhaben der Landesgartenschau profitieren werden. „Wer eine Brücke errichtet, muss die Voraussetzungen dafür schaffen. Wer Aufenthalts- und Sportflächen schaffen möchte, muss die Flächen dafür bearbeiten können. Wir werden Günzburg weiterentwickeln – auch räumlich. Und dazu bietet die Landesgartenschau wertvolle und einmalige Möglichkeiten. Diese ergreifen wir und gestalten unsere Heimat positiv für Jahrzehnte.“
Die Landesgartenschau bringt für die Stadt viel Neues und damit Ungewohntes. „Für uns ist klar, dass sie eine große Chance für Günzburgs grüne und klimaangepasste Zukunft ist. Das bringt aber auch erste Bauarbeiten und Fällungen mit sich, die für uns alle herausfordernd sein werden. Ohne Umgestaltung gibt es jedoch keinen Aufbruch,“ so der Oberbürgermeister.
Die Arbeiten werden so organisiert, dass Zufahrten, Straßen und Wege während der Maßnahmen weitestgehend nutzbar bleiben. Aufgrund der abschnittsweisen Durchführung kann es lokal und zeitweise zu Einschränkungen kommen, die rechtzeitig kommuniziert werden.
Carmen Willer
Landesgartenschau 2029 GmbH